Fabulous Forty

Heute wird es sehr persönlich hier. Hinter diesem allerersten Blog-Beitrag auf der neuen Seite steckt eine Menge mehr als die Tatsache, dass ich euch ein paar besondere Bilder zeigen möchte. Und ich bin ganz ehrlich ein wenig aufgeregt. Denn dieses Mal geht es nicht um eine Kundin oder eine Freundin … sondern es geht um MICH.

In ein paar Monaten werde ich 40. Für viele Frauen ein ziemliches Schreckgespenst so ein runder Geburtstag. Und so ganz unberührt lässt mich das zugegebenermaßen auch nicht. Auf der einen Seite ist es toll, weil ich mich gerade einfach so bei mir „angekommen“ fühle – noch jung genug, um auch noch verrückt und kindisch sein zu können, aber eben auch erwachsen und schon ein wenig „lebenserfahren“. – Doch auf der anderen Seite erschreckt es mich.

Einfach weil ich mich frage: „Wo sind die Jahre hin  … ?“

In diesem Jahr vor meinem 40. Geburtstag habe ich ganz oft darüber nachgedacht, was meine Ziele, Wünsche und Träume … aber auch was meine Ängste sind. Zu oft habe ich in den letzten Jahren bei Menschen aus meinem näheren Umfeld erlebt, dass es ein „irgendwann“ plötzlich nicht mehr gab. Plötzlich war da eben keine Zeit mehr für Dinge, die man „immer schon mal tun“ wollte, aber ewig vor sich her geschoben hat, weil irgendwas immer dagegen sprach.

Deshalb stand „Träume erfüllen“ und „mutig sein“ in diesem Jahr ganz oben auf meiner Liste. Dazu gehörte ganz eindeutig auch die Sache mit der Fotografie. Ich hab diesen Beruf nicht gelernt, habe mir die meisten technischen Dinge durch ausprobieren angeeignet. Und habe mich deshalb nie getraut, von mir als „Fotografin“ zu sprechen. Dazu fehlte mir das Selbstbewusstsein. Und solange ich mich als Foodbloggerin nur mit hübschen Leckereien vor meiner Kamera befassen musste, denen mein beruflicher Werdegang so ziemlich Banane war, hatte ich damit auch kein Problem.

Aber das reichte mir nicht mehr. Da war der Wunsch nach Weiterentwicklung und vor allem auch danach, Emotionen einzufangen und zu transportieren … Gefühle auszulösen – in dem Menschen vor meiner Linse … und auch in anderen, die sich die Bilder später anschauen.

In diesem Jahr habe ich durch die Fotografie so wahnsinnig viele tolle Menschen kennengelernt. Manche nur virtuell, ganz viele persönlich – Kunden, Freunde, „Lehrer“ … jeder einzelne so wertvoll für mich.

Zwei Begegnungen waren da aber besonders und auch ausschlaggebend dafür, dass es heute diese Seite hier gibt und das ich heute mit einem anderen Selbstbewusstsein hinter dem stehen kann, was ich tue:

Mr. „black and white“ – Andreas Jorns, der mich als Mensch, Fotograf und großes Vorbild von der ersten Sekunde an in seinen Bann gezogen hat. Dieses 8-Stunden Coaching bei ihm, von dem ich schon hier berichtet habe, war einfach ein ganz außergewöhnliches Erlebnis.

Und dann ist da noch Nicole.
Nicole Wahl, bzw. ihre besonderen Fotos, die sie als „Nartigraphy“ veröffentlicht, sind mir zufällig irgendwo bei Instagram ins Auge gefallen. Sehr sinnlich, manche auch provokant … aber alle so dermaßen ästhetisch und gefühlvoll in Szene gesetzt, dass man echt Gänsehaut bekommt.

Da die meisten Fotografen, die sich mit Akt, Teilakt oder Boudoir beschäftigen, Männer sind, war Nicole für mich eine absolute Ausnahmeerscheinung.

Ihre Bilder gehen mir unter die Haut. Sie sind so kreativ und trotzdem sie „gestellt“ sind wirken sie so natürlich, als wäre Nicole nur heimliche Beobachterin gewesen.

Nicole zeigt einfach Frauen von ihrer schönsten Seite auf eine sehr ästhetische Art – und zwar nicht nur die schlanken, sondern auch die mit den Kurven, die es dann – wie die schöne Linda  – sogar in einem Kalender zu sehen gibt. Eine „Hommage an die Frau“ sozusagen – und ich finde, eine wunderbare Idee, für die ich an dieser Stelle gerne ein wenig Werbung machen möchte.

Ihr könnt Nicoles Kalender im Online-Shop auf ihrer Website bekommen.

Jedenfalls habe ich mich Stunden quer durch Nicoles Portfolio geklickt und dachte irgendwann: „Das möchte ich auch“. 

„Das möchte ich auch KÖNNEN“ – ich möchte gern selbst dieses Gefühl für die sinnliche Fotos entwickeln, Dinge ausprobieren und lernen …

UND

„Das möchte ich auch für mich HABEN“ … solche Fotos, die einfach auch mal eine andere Seite von mir zeigen und die diesen Moment, dieses Lebensgefühl, das ich gerade habe, ein bisschen für mich festhalten.

Vielleicht eine „Alterserscheinung“ ? 😉
Vor 20 Jahren wäre ich im Traum nicht auf diese Idee gekommen. Da glaubt man sowieso, man bleibt ewig jung und Zeit ist etwas unendliches. Dann kam Studium, der Job, die Kinder, das Haus … und sowieso ist der Körper eher so die funktionierende Hülle. Für mich war das jedenfalls lange so. Jetzt sind die Jungs groß. Und ich nicht mehr Fulltime-Mama. Es gibt zwar einige Stellen an meinem Körper, mit denen ich schlimm hadere, weil einfach 2 Schwangerschaften mit echten Riesenbabies ihre Spuren hinterlassen haben … aber so für mich … war der Wunsch schon immer da, mal „mutig“ zu sein und solche Fotos machen zu lassen.  Aber auch ich habe dieses „irgendwann“ … und dieses „vielleicht erst mal mehr Sport … “ … und „ach, der schlimme Bauch …“ immer vorgeschoben.

Dann hab ich mir gedacht: Nicole ist auch ne Frau … die wird Dinge ganz anders sehen und verstehen. Da musst Du Deine Unsicherheit nicht verstecken. Außerdem wollte ich ja auch noch was dabei lernen und für meine eigene Arbeit was mitnehmen.
Und dann hab ich sie angeschrieben … wir haben telefoniert … die Chemie passte … und 2 Wochen später war ich in Köln bei ihr – zum LERNEN und ERLEBEN.

Was Besseres hätte mir für mein persönliches Selbstbewusstsein und auch mein Gefühl als Fotografin gar nicht passieren können. „Nicht die Technik macht den Profi, sondern die Leidenschaft mit der man es tut“, sagt Nicole.

Und ja – das tut sie – das durfte ich am eigenen Leib erfahren – mehrdimensional, inspirierend, lustig – einfach toll!

Ich will jetzt auch gar nicht mehr viel um den heißen Brei reden. Und die Neugierigen unter Euch haben eh schon längst weiter gescrollt. Da ich hier in einem 600 Seelen-Ort lebe, wo jeder jeden kennt und ich als „Bloggerin“ sowieso schon zu den Paradiesvögeln gehöre, weiß ich, das einige die Augen rollen werden und denken „jetzt auch DAS noch … muss man so was im Internet …. ?“

ABER – „so what“? … eine der positivsten „Alterserscheinungen“ ist, dass ich auch damit gelernt habe umzugehen. 🙂

Außerdem bleiben die richtig „privaten“ Bilder auch wirklich privat – 😀

Für alle Frauen aber, die bis hierher tatsächlich alles gelesen und sich selbst vielleicht wiedergefunden haben – Meine Message an Euch: wenn ihr Lust habt auf so ein besonderes Shooting, dann TUT es! Schiebt nichts auf die lange Bank. Und vergesst Eure kleinen Problemzonen! Setzt den Fokus auf die Dinge, die ihr an euch schön findet und gönnt euch dieses Erlebnis und die besonderen Bilder, die ihr dann habt. Als Geschenk für euren Liebsten oder einfach ganz für Euch alleine – für ein bisschen mehr Selbstbewusstsein und dieses schöne Gefühl, FRAU zu sein!

Habt alle einen wunderbaren Nikolaustag!!

Eure Nadine

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5 Comments
  • Michael Hünten
    6. Dezember 2016 at 9:48

    Einfach sagenhaft. Ich geb zu, dass ich bei Deinem Text echt Wasser in den Augen hatte. Ihr Frauen seid einfach toll und ich hoffe, dass viele viele viele viel selbstbewusster mit sich sind. Egal, ob Problemzonen, Schwächen oder anderes. Meist sind ja die Problemzonen eher die Männer. Einfach grossartig geschrieben. Ich zieh den Hut ganz tief und hoffe, auch mal so mutig zu sein.
    Liebe Grüße
    Micha

  • Wolfgang
    6. Dezember 2016 at 11:15

    Ein richtig schönes Shooting mit einem ausdrucksstarken und attraktiven „Motiv“… 😉 Was mir persönlich am besten gefällt: Die Bilder wurden nicht zu Tode photoshopped sondern zeigen alle kleinen, ehrlich erworbenen Fältchen und auch die nun mal fast vierzig Jahre alten Hände, die im Laufe ihres Lebens viele Dinge angefasst, getragen und verarbeitet haben. Aber genau das macht einen Menschen aus; gerade auch dann, wenn er sich der Endlichkeit der Existenz und des unwiderruflichen Alterns seiner äußeren Hülle bewusst wird.

    Eine solche Aktion ist nicht mutig sondern zeigt Selbst – Bewusstsein. Und darum ist sie so gelungen.

    Daher mein ganz persönliches, subjektives Kompliment an die Fotografin und das Sujet…^^

  • Birgit Benner
    6. Dezember 2016 at 22:00

    Wunderbare, sehr ästhetische und stilvolle Bilder. Danke, dass du sie mit uns teilst. Jeder Mensch ist schön, und jedes Alter hat seine reizvollen Facetten! Es ist immer gut das eigene Leben zu reflektieren und Neues zu wagen. „Lass dich nicht unterkriegen. Sei frech und wild und wunderbar“ (Astrid Lindgren)

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